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Nachrichten - Gesellschaft
12.03.2010 03:51
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| Gehhilfen, Rollstühle und Prothesen werden in Haiti hergestellt |
(08.02.2010) Auf seinen Skiurlaub muss Detlef Burczyk aus Kagel im Landkreis Oder-Spree diesen Winter verzichten: Am Sonntag fliegt der 48-jährige Rettungsassistent nach Haiti. Er soll helfen, eine Orthopädiewerkstatt in dem vom Erdbeben zerstörten Karibikstaat aufzubauen. Bei dem schweren Beben am 12. Januar waren Hunderttausende Menschen zum Teil schwer verletzt worden, vielen von ihnen mussten Gliedmaßen amputiert werden. In der Johanniter-Werkstatt sollen deshalb Gehhilfen, Rollstühle und Prothesen hergestellt werden.
Burczyk, der normalerweise als Rettungsfahrer arbeitet, hat sich bei den Johannitern auf eine Liste von Mitarbeitern setzen lassen, die die Hilfsorganisation kurzfristig auf Auslandseinsätze schicken kann. Auch nach dem Tsunami 2004 in Asien hat Burczyk schon geholfen, danach folgten Einsätze nach dem Erdbeben in der pakistanischen Kaschmir-Region und nach dem Tropensturm in Myanmar.
Was ihn in den Katastrophengebieten erwartet, weiß er vorher nie, aber das macht Burczyk nicht nervös. «Es kommt ja dann doch immer alles anders als gedacht», sagt der 48-Jährige gelassen. Eigentlich ist er für den medizinischen Bereich zuständig, packt aber auch an anderer Stelle mit an. In Myanmar sei er beispielsweise für die Logistik zuständig gewesen. «Man fummelt sich da so rein, das geht dann schon», sagt er.
Burczyks Einsatz in Haiti ist zunächst für zwei Wochen geplant. Doch die Johanniter-Orthopädiewerkstatt dort solle langfristig wirken, sagt die Sprecherin des Landesverbandes Berlin/Brandenburg, Grit Kirstin Schreck. «Nach der Erstversorgung sollen lokale Orthopädie-Techniker ausgebildet werden», sagt sie. Die Werkstatt, die Burczyk mit aufbauen soll, werde ein flexibler Container sein, der bei Bedarf an ein Krankenhaus angeschlossen werden könne.
Für die nächsten Wochen rechneten Experten damit, dass in Haiti zehntausende Prothesen benötigt würden, sagt Schreck. Die wenigen orthopädischen Einrichtungen, die es in Haiti gab, seien bei dem Erdbeben ebenfalls zerstört worden.
Dass er unter Umständen unter freiem Himmel schlafen müsse, mache Burczyk nichts aus, sagt er. Auch dass es «keinen Hummer» zu essen geben werde, sei ihm klar. Nur eines sei ihm wichtig, nämlich einmal am Tag duschen zu können. «Aber wenn nicht, halte ich das auch 14 Tage lang aus». Überhaupt könne er viel aushalten, betont er und fügt hinzu: «Hauptsache, es kommt was dabei raus».
Quelle: ddp